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Ärztin am Computer

Ärztinnen und Ärzte in der Grundversorgung bewerten die Gesamtleistung des Schweizer Gesundheitssystems als sehr gut oder gut. Mit ihrer eigenen Tätigkeit sind fast acht von zehn Ärztinnen und Ärzte ziemlich bis sehr zufrieden, obwohl sich die Hälfte sehr gestresst oder äusserst gestresst fühlt. Dies zeigt eine internationale Befragung, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Commonwealth Fund in zehn Ländern durchgeführt wurde.

90 Prozent der Ärztinnen und Ärzte beurteilen das Schweizer Gesundheitssystem als «gut» oder «sehr gut».
Neun von zehn Ärztinnen und Ärzten bewerten die Gesamtleistung des Schweizer Gesundheitssystems in der am 29. Januar 2026 Befragung von 2025 als «sehr gut» oder «gut»: Das ist die beste Bewertung im internationalen Vergleich. Mit ihrer ärztlichen Tätigkeit sind fast acht von zehn Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz ziemlich bis sehr zufrieden, mit ihrem Arbeitspensum und ihrer Work-Life-Balance hingegen weniger als die Hälfte. Das Problem ist der Stress.

20 Prozent der Schweizer Ärztinnen und Ärzte stufen sich als «Burnout-gefährdet» ein

Während sich vor zehn Jahren noch drei von zehn Ärztinnen und Ärzten in der Schweizer Grundversorgung als äusserst gestresst oder sehr gestresst bezeichneten, sind es 2025 bereits fünf von zehn. Auch wenn Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz im Vergleich mit anderen Ländern seltener emotionalen Stress in Form von Angst, grosser Traurigkeit, Wut oder Hoffnungslosigkeit erleben, ist rund ein Drittel von ihnen davon betroffen. Das subjektive Burnout-Niveau ist in der Schweiz zwar weniger problematisch als in anderen Ländern, dennoch schätzt fast ein Fünftel der Ärztinnen und Ärzte sich selbst als gefährdet oder betroffen ein.

Rund 50 Prozent der Ärztinnen und Ärzte sind 55 oder älter
Die Altersstruktur der Ärztinnen und Ärzte in der Schweizer Grundversorgung ist trotz Verbesserungen in den letzten Jahren auch 2025 weiterhin nicht ausgewogen. Fast die Hälfte von ihnen ist 55 Jahre oder älter. Nur knapp ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte ist jünger als 45 Jahre. Diese Altersstruktur deutet auf einen künftigen Hausärztemangel hin. Der überwiegende Teil des hausärztlichen Nachwuchses ist weiblich, während in den höheren Altersklassen der Männeranteil überwiegt. Vier von zehn der 60- bis 64-jährigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz planen, mit 65 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Allerdings hat nur rund ein Viertel von ihnen bereits eine Nachfolgeregelung für die Praxis gefunden.

80 Prozent der Gruppenpraxen sind im Besitz von Ärztinnen und Ärzten
Immer mehr Ärztinnen und Ärzte der Grundversorgung arbeiten im Vergleich zu früheren Befragungen in Gruppenpraxen. In acht von zehn Fällen sind die Praxen dabei im Besitz der Ärztinnen und Ärzte. Praxen, die sich nicht im ärztlichen Besitz befinden, gehören in der Regel einem Spital, einem Spitalverbund oder einer privaten Beteiligungsgesellschaft.
Etwa die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte nimmt mindestens einmal pro Monat an einem Qualitätszirkel teil. Dies gelingt Ärztinnen und Ärzten in Gruppenpraxen häufiger als jenen in Einzelpraxen. Auch Praktikumsplätze für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte werden fast dreimal so häufig in Gruppenpraxen als in Einzelpraxen angeboten.
Bedenklich: Der Anteil der Praxen, die neue Patientinnen und Patienten aufnehmen, ist seit 2012 kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2025 beträgt dieser Anteil nur noch rund zwei Drittel.

Überwiegend digitaler Informationsaustausch zwischen Hausarztpraxen, Spezialisten und Spitälern
Die Koordination zwischen den Hausarztpraxen und den Spezialistinnen und Spezialisten funktioniert meist gut. Erfreulich: Der Informationsaustausch zwischen Spital und Hausarztpraxis findet nun fast ausschliesslich digital per E-Mail oder über Web-Portale statt. Die Koordination zwischen Hausarztpraxen und Heimpflegediensten ist seit 2019 unverändert gut.

1313 Schweizer Ärztinnen und Ärzte haben an der Umfrage «International Health Policy Survey» teilgenommen
Seit 2010 nimmt die Schweiz an der jährlich stattfindenden, internationalen gesundheitspolitischen Befragung der Stiftung Commonwealth Fund CWF teil. Die private, gemeinnützige Stiftung hat die Förderung gut funktionierender und effizienter Gesundheitssysteme mit besserem Zugang zur Krankenversicherung sowie die Qualitätsverbesserung der Leistungen zum Ziel.
In der Schweiz wird das Projekt durch das Bundesamt für Gesundheit BAG geleitet. Die Auswertungen sowie die Berichterstattung werden jeweils auf Mandatsbasis durch das «Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan» erbracht. In einem Dreijahresturnus werden verschiedene Zielgruppen befragt. Die Erhebung 2025 bezieht sich wie bereits in den Jahren 2012, 2015, 2019 und 2022 auf die Ärztinnen und Ärzte in der Grundversorgung und wurde in Partnerschaft mit dem Berufsverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH durchgeführt.
2025 haben in der Schweiz 1313 Personen teilgenommen. Neben der Schweiz haben Australien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Neuseeland, die Niederlande, Schweden und die USA Befragungen durchgeführt.

 

 
 

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