Im Jahr 2025 sparte die Schweizerisch Unfallversicherungsanstalt SUVA dank ihrer ausgeklügelten Versicherungsbetrugserkennung 43,7 Millionen Franken ein. Das sind 12,5 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Leistungserbringende wie Ärztinnen und Ärzte sind namentlich mit fiktiven Leistungen und Abrechnungen, gefälschten Arztzeugnissen sowie der Verrechnung von überhöhten und unfallfremden Kosten an den aufgedeckten Betrugsversuchen beteiligt. Eine Haupterkenntnis der SUVA aus dem Geschäftsjahr 2025: Die Künstliche Intelligenz KI senkt die Eintrittsschwelle für den Versicherungsbetrug.
Die durchschnittliche Einsparung pro Betrugsfall beträgt 52'906 Franken
Im Geschäftsjahr 2025 prüfte die SUVA 2067 Meldungen mit Verdacht auf Missbrauch. 671 Fälle konnten nach bestätigtem Verdacht rechtskräftig abgeschlossen werden. Durch die Betrugserkennung sparte die Suva 43,7 Millionen Franken ein. Davon entfielen 35,5 Millionen Franken auf verhinderte ungerechtfertigte Leistungsbezüge durch Verunfallte oder medizinische Leistungserbringer wie Ärztinnen und Ärzte sowie 8,2 Millionen Franken auf zusätzlich erhobene Prämien bei versicherten Betrieben. Die durchschnittliche Einsparung pro Fall lag bei 52’906 Franken.
Immer mehr KI-generierte Fälschungen von Dokumenten oder Bildern
Die SUVA stellt fest, dass sich Betrugsversuche durch Künstliche Intelligenz KI verändern. KI-generierte Fälschungen von Dokumenten oder Bildern lassen sich heute einfacher und in grösserem Umfang herstellen als früher. «Technologische Entwicklungen wie künstliche Intelligenz senken die Eintrittsschwelle für Betrug», sagt denn auch Roger Bolt, Leiter Bekämpfung Versicherungsmissbrauch bei der SUVA und fährt fort: «Deshalb investieren wir gezielt in professionellere Erkennungs- und Bearbeitungsinstrumente. Entscheidend ist und bleibt dabei das Zusammenspiel von menschlicher Expertise und Technologie.»
Spezialistinnen und Spezialisten der SUVA prüfen systematisch alle Verdachtshinweise wie Unstimmigkeiten in Akten oder Meldungen von Dritten. Zudem führt die Suva regelmässig Betriebsrevisionen durch und setzt bei begründetem Verdacht als letztes Mittel Versicherungsdetektive ein. Bei bestätigtem Verdacht werden die zu Unrecht bezahlten Leistungen zurückgefordert. Zudem wird geprüft, ob eine Strafanzeige eingereicht werden kann.
Versicherungsmissbrauch durch Leistungserbringende wie Ärztinnen und Ärzte
Wörtlich schreibt die SUVA unter dem Titel «Versicherungsmissbrauch durch Leistungserbringende»: «Mitarbeitende des Gesundheitswesens arbeiten jeden Tag dafür, dass Menschen den Weg ins Leben und in den Alltag zurückfinden. Der Kampf gegen Versicherungsmissbrauch hilft dabei, dass ehrliche Leistungserbringende vorurteilsfrei praktizieren können und nicht unter Generalverdacht stehen. Das Verhindern von Versicherungsmissbrauch trägt ausserdem zu einem fairen Gesundheitsmarkt mit bezahlbaren Angeboten und reguliertem Wettbewerb bei. Das sind unsere Antibetrugsmassnahmen:
- Wir prüfen Rechnungen zuerst elektronisch. Bei Unstimmigkeiten oder fehlenden Unterlagen ziehen wir Spezialisten und Spezialistinnen bei, die weitere Abklärungen vornehmen und bei Bedarf Rückforderungen erstellen.
- Vertiefte Abklärungen geben uns Klarheit, ob ein Missbrauch vorliegt.
- Wiederholte und bewusst falsche Abrechnungen durch Leistungserbringende zeigen wir an.»
Die drei führenden Betrugsformen durch Leistungserbringende bei der SUVA
Von der SUVA werden namentlich die drei folgenden Betrugsformen durch Leistungserbringende wie Ärztinnen und Ärzte festgestellt:
