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Renditenversprechen Dezember 2016Im Zeitalter der Nullzinsen gilt mehr denn je: Wenn in diesem einmalig unergiebigen Umfeld «sichere» Nettorenditen nach Abzug aller Gebühren von zwei, drei, vier, fünf oder mehr Prozent versprochen werden, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder geht der seriöse Anbieter hohe Risiken mit entsprechenden Verlustmöglichkeiten ein – oder der Anbieter ist schlicht unseriös und kriminell. Die Finanzmarktaufsicht FINMA ruft deshalb die Anlegerinnen und Anleger zur Vorsicht auf.

Negative Zinsen

Jeder weiss und spürt es am eigenen Leib: Wir leben in einer nachhaltigen Phase mit historisch tiefen Frankenzinsen. Im Geldmarkt liegt das Zielband der Nationalbank für den Zins von Dreimonatsfranken auf minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent. Das Bankkonto ist praktisch unverzinst und wird mit Gebühren belastet. Die Rendite der Bundesobligationen, die klassische Messlatte für risikolose Frankenanlagen, liegt im negativen Bereich. Die Aktienbörsen durchlaufen ein ungewisses Auf und Ab. Die Mindestverzinsung der obligatorischen Pensionskassenguthaben beträgt 2017 ein mickriges Prozent.
In diesem Umfeld ist es schlicht unmöglich, «sichere» und damit risikolose hohe Renditen zu erzielen. Wer bei höheren Renditeversprechen trotzdem zugreift, setzt sein Geld aufs Spiel. Dabei sollten insbesondere bei Geldern, die der Absicherung der finanziellen Existenz dienen, möglichst wenig Risiken eingegangen werden.
 
FINMA will Anleger schützen
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA will die Anleger vor Betrugsrisiken bewahren. Dazu stellt sie auf ihrer Homepage unter dem Link «FINMA public» die notwendigen Informationen übersichtlich und gut verständlich zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht der Bericht «Wie sich Anleger gegen unerlaubt tätige Finanzmarktanbieter schützen können»

Es braucht nur den gesunden Menschenverstand

Auf keine Abzocker reinzufallen und überhaupt allzu hohe Risiken beim Geldanlegen zu vermeiden, ist eigentlich keine schwierige Sache. Man muss dabei nur den gesunden Menschenverstand einsetzen und einige Grundregeln befolgen. Regel 1: Sich vor jeglicher Investition für die notwendigen Hausaufgaben genügend Zeit nehmen. Regel 2: Sich nie unter Druck setzen lassen. Regel 3: Nie eine Anlage tätigen, die man nicht wirklich versteht.
Zuallererst ist auf der FINMA-Homepage abzuklären, ob der Finanzdienstleister über eine Bewilligung der Finanzmarktaufsicht verfügt oder aber auf deren Warnliste steht. Dazu können mittels Recherchen über Google und den Zentralen Firmenindex alle verfügbaren Informationen über den Anbieter und dessen Produkte gesammelt werden. Wie bei jedem Kauf, ist das Angebot mit der Konkurrenz zu vergleichen. Bei kleinsten Zweifeln heisst es «Hände weg!». Wird ein Anlagebetrug vermutet, bietet die FINMA auf ihrer Homepage den Link «Meldung erstatten»
 
Devisenhandel und Crowdfunding
Seit 2008 muss jeder Devisenhändler in der Schweiz über eine Bankenbewilligung verfügen. Deshalb operieren fast nur noch Online-Devisenhändler aus dem Ausland. Da wird meist gegen Schweizer Finanzmarktregeln verstossen. Die Chance auf ein unseriöses Angebot zu stossen, ist deshalb ausserordentlich hoch.
Zu den sich rasch vermehrenden Crowdfunding-Plattformen sagt die FINMA: «Die Anleger müssen sich gut über ihren Vertragspartner informieren. Es gilt der allgemeine Grundsatz: Je höher der versprochene Gewinn, desto höher das Risiko.»

 

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