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Jeong-Woo-Yoo«Meine Vision ist es, in der Zahnmedizin ein positives Patientenerlebnis zu erreichen», unterstreicht med. dent. Jeong-Woo Yoo, 42-jährig (Bild), im Gespräch mit den «ABC-Info» in seiner modernen Zahnarztpraxis «Smilezone» an der Bahnhostrasse 32 in Zug. Die rasch wachsende Praxis umfasst derzeit 15 Mitarbeitende, davon fünf teilweise in Teilzeit arbeitende Zahnärztinnen und Zahnärzte. Der in Südkorea geborene und in Deutschland zum Zahnarzt ausgebildete Jeong-Woo Yoo ist Inhaber der Zuger Smilezone GmbH und zudem Mitgründer der Zahncal Co, Ltd in Zug und Irland. Ziel dieses Unternehmens ist es, dem digitalisierten «Patient Relationship Management PRM» in der Zahnmedizin zum Durchbruch zu verhelfen. Lesen Sie das Interview mit Jeong-Woo Yoo.

Jeong-Woo Yoo, wie sind Sie an der Bahnhofstrasse 32 in Zug gelandet?
Jeong-Woo Yoo: Geboren in Südkorea, ist meine Familie in meinem sechsten Lebensjahr nach Deutschland umgezogen. Dort ging ich sechs Jahre zur Schule und habe Deutsch gelernt, bis wir wieder nach Südkorea heimkehrten. Es folgten weitere Schulen, die Aufnahme des Betriebswirtschaftsstudiums sowie ein 28-monatiger Sozialdienst. Dann stellte sich die Frage, was ich in meinem Leben erreichen will. Ich kam zum Schluss, dass ich als Zahnarzt selbständig werden will. Und ich erinnerte mich meines Aufenthalts in Deutschland und meiner Deutschkenntnisse. Deshalb studierte ich in Ulm Zahnmedizin. Nach dem Staatsexamen war ich in Zahnarztpraxen rund um Ulm, in Ludwigshafen und in Mannheim als angestellter Zahnarzt tätig. Vor fünf Jahren fand ich eine Stelle in Zug und übersiedelte mit meiner Familie in die Schweiz. Schon ein Jahr später hatte ich die Gelegenheit, meine heutige Praxis an der Bahnhofstrasse 32 in Zug zu übernehmen.

Was zeichnet Ihre Zahnarztpraxis besonders aus?
Jeong-Woo Yoo: Meine Praxis «Smilezone» ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbH, deren alleiniger Inhaber ich bin. Wegen des stetigen Wachstums beschäftigen wir bereits 15 Mitarbeitende, davon fünf teilweise in Teilzeit arbeitende Zahnärztinnen und Zahnärzte. Meine Vision ist es, in der Zahnmedizin ein positives Patientenerlebnis zu bewirken. Deshalb stellen wir die Patientin und den Patienten konsequent in den Mittelpunkt.

Wie geht das konkret?
Jeong-Woo Yoo: Sämtliche Abläufe in der Praxis werden aus dem Blickwinkel der Patientinnen und Patienten optimiert. Das geschieht schon vor dem Besuch, beispielsweise mit den richtigen Anzeigen und Informationen in den passenden digitalen Kanälen. Man kann Termine online rund um die Uhr buchen. Die Öffnungszeiten richten sich bestmöglich nach den Kundenbedürfnissen. Zwecks Steigerung der Produktivität und der Effizienz ist die interne Kommunikation und Verwaltung weitgehend digitalisiert. Alle Mitarbeitenden werden instruiert, wie ich in meiner Praxis das angestrebte positive Patientenerlebnis erreichen will.

Wie hat Sie die ABC-Ärzteberatung in Cham beim Aufbau Ihrer Zahnarztpraxis in Zug unterstützt?
Jeong-Woo Yoo: Beim erstmaligen Gründen einer Praxis ist man als Zahnmediziner nicht unbedingt ein Meister in den Fragen der obligatorischen und der aus unternehmerischer Sicht optimalen freiwilligen Versicherung seines Unternehmens. Dank der persönlichen und massgeschneiderten Beratung durch die ABC-Ärzteberatung konnte ich diese wichtige Aufgabe jedes Unternehmensgründers reibungslos bewältigen. Ich wurde über alle möglichen Fallen im Versicherungsbereich aufgeklärt und habe heute das Gefühl, mit meinem Unternehmen risikogerecht versichert zu sein. Ich bin deshalb auch zuversichtlich, dass es mir zu gegebener Zeit gelingt, die Umwandlung meiner GmbH in eine Aktiengesellschaft AG versicherungstechnisch bestens über die Runden zu bringen.

Neben der Leitung Ihrer Zuger Zahnartpraxis «Smilezone» sind Sie auch noch ein Mitgründer der «Zahncal Co, Ltd»: Was bezweckt dieses Unternehmen?
Jeong-Woo Yoo: Alle Zahnärzte sind von immer anspruchsvolleren Kundenerwartungen und namentlich von der Digitalisierung der Beziehungen zwischen dem Zahnarzt und dem Kunden herausgefordert. In der Wirtschaft ausserhalb der Medizin wird diese Herausforderung schon lange mit den Methoden des digitalisierten «Customer Relationship Management CRM» bewältigt. Die von mir mitgegründete «Zahncal» strebt an, den Zahnärzten analog zum digitalisierten CRM ein an die Bedürfnisse der Zahnmedizin angepasstes «Patient Relationship Management PRM» anzubieten. Vergleichbar mit digitalisierten Reiseplattformen wie Booking.com oder Airbnb.com entwickelt «Zahncal» eine digitalisierte Zahnärzteplattform, wo sich die Patientinnen und Patienten rasch umfassend orientieren und online Termine buchen können. Ein wichtiges Informationsinstrument über die Zahnarztpraxen wird dabei wie bei Booking.com oder Airbnb.com von den Usern selbst gestaltet: die Bewertung des Patientenerlebnisses in der besuchten Zahnarztpraxis. Überdies berät «Zahncal» die Zahnarztpraxen im breiten Gebiet des digitalen Marketings übers Internet und in den Sozialen Medien.

Warum steckt die Zahnmedizin im digitalisierten «Patient Relationship Management PRM» noch in den Kinderschuhen?
Jeong-Woo Yoo: Da gibt es eine klare Antwort: Im Studium und in der überwiegenden Praxis der Zahnmedizin stehen die Patientinnen und Patienten, deren ganzheitliche Bedürfnisse und deren Vertrauen noch viel zu wenig im Mittelpunkt. Immer noch wird im Zahnmedizinstudium viel über Pathologien und modernste Zahnmedizintechnik gelehrt und kaum etwas, wie man auf die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten aus einer ganzheitlichen Sicht eingehen muss. Das aufkommende und von mir geförderte digitalisierte «Patient Relationship Management PRM» wird die Sichtweise der Zahnärzte auf ihre Patientinnen und Patienten ändern. Zumal dann, wenn künftig rasch aufzufindende digitale Patientenbewertungen von Zahnarztpraxen wie in andern Branchen die Spreu vom Weizen trennen.

Ihre Schlussbotschaft?
Jeong-Woo Yoo: Die Zahnärzte stehen unter dem Druck, sich an die Verhaltensänderungen und Erwartungen der Patientinnen und Patienten anzupassen. Die Erwartungen bestehen darin, dass die Patienten als Kundinnen und Kunden behandelt werden wollen: Sie wollen, dass ihre spezifischen Bedürfnisse bei den vorgeschlagenen Behandlungen berücksichtigt werden. Und: Mit zunehmender Steigerung der Mundgesundheit nimmt die Zahl der Zahnarzttermine pro Bevölkerung aufgrund medizinischer Probleme stets ab. Anderseits werden die Erwartungen und Wünsche der Patientinnen und Patienten im Hinblick auf eine zahnärztliche Behandlung immer anspruchsvoller. Überdies muss wegen des Rückgangs der Kostenübernahme durch öffentliche oder private Zahnversicherungen die zahnärztliche Versorgung meist privat finanziert werden. Deshalb gilt: Eine Zahnarztpraxis, die im Wettbewerb um die immer anspruchsvolleren Patientinnen und Patienten brillieren will, muss sich mit allen Möglichkeiten des digitalisierten «Patient Relationship Management PRM» auseinandersetzen.



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