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Hacker am Computer

Das steht in der unlängst erschienen «IV-Statistik 2025»: «Die relativen Gewichte der Invaliditätsursachen haben sich über die letzten Jahre stark verändert. Der Anteil der psychischen Krankheiten hat sich zwischen 2000 und 2025 von 35,61 Prozent auf 49,41 Prozent erhöht. Inzwischen wird rund jede zweite IV-Neurente aufgrund einer psychischen Krankheit gesprochen. Auf der anderen Seite hat sich der Anteil der Personen mit einer Rente als Folge von Erkrankungen der Knochen und Bewegungsorgane im gleichen Zeitraum von 25,24 Prozent auf 13,92 Prozent beinahe halbiert.»

Der Bundesrat muss die von psychischen Erkrankungen bedrängte Invalidenversicherung IV retten
Die Zunahme psychischer Erkrankungen prägt die Entwicklung der Invalidenversicherung IV heute stärker als jede andere Diagnosegruppe. Inzwischen stammt laut der «IV-Statistik 2025» bereits die Hälfte aller neuen IV-Renten aus psychischen Ursachen. Und: Besonders auffällig ist dabei der Anstieg bei jungen Erwachsenen mit einer IV-Rente. Diese Fälle beginnen oft schon früh, verlaufen lang und führen zu deutlich längeren Rentenbezugszeiten als somatische Erkrankungen im höheren Erwerbsalter. Dadurch wächst nicht nur die Zahl der Neurenten, sondern vor allem der Rentenbestand, der für die finanzielle Belastung der IV entscheidend ist.
Damit verschiebt sich die IV derzeit zunehmend von einer Versicherung für körperliche Invalidität hin zu einer Institution, die vor allem psychische und psychosoziale Problemlagen abfedert. Für die langfristigen Perspektiven wird entscheidend sein, ob es gelingt, psychische Erkrankungen früher zu erkennen, Betroffene stabil im Arbeitsmarkt zu halten und die Zahl der jungen Neurenten zu bremsen. Der Bundesrat will diese Ziele mit einer «Integrationsreform» erreichen und damit die bedrängte IV retten.
Aber neben der Invalidenversicherung IV werden auch die Taggeldversicherung und die Pensionskassen von der Explosion der psychischen Erkrankungen bedrängt.

Krankentaggeldversicherungen erhöhen wegen der psychischen Erkrankungen die Prämien
Im Factsheet «Krankentaggeld unter Druck: Umgang mit zunehmenden Arbeitsplatzabsenzen» unterstreicht der Schweizerische Versicherungsverband SVV: «Seit vielen Jahren ist in der Schweiz eine Zunahme krankheitsbedingter Arbeitsplatzabsenzen zu beobachten. So zeigen Zahlen des Bundesamtes für Statistik, dass Arbeitnehmende 2024 im Schnitt 8,5 Tage wegen Krankheit oder Unfall am Arbeitsplatz gefehlt haben. Das ist deutlich mehr als noch vor zehn Jahren.
Ein gewichtiger Teil dieses Trends macht die Zunahme psychischer Erkrankungen aus. Sie führen erfahrungsgemäss zu langen Absenzen am Arbeitsplatz. Eine Studie des Krankenversicherers Swica zeigt, dass psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeiten in 95 Prozent der Fälle Vollzeitkrankschreibungen sind und im Schnitt 218 Tage dauern: Das sind über zwei Monate länger als der Median bei Krankschreibungen aus körperlichen Gründen.
Längere Abwesenheiten im Beruf wegen psychischer Erkrankungen führen zu höheren Leistungen in der Krankentaggeldversicherung. Weil die Prämien in der Krankentaggeldversicherung stets risikogerecht ausgestaltet sein müssen, bedeutet das: Wegen der steigenden psychischen Erkrankungen müssen die Prämien der Krankentaggeldversicherung entsprechend erhöht werden.»

Die Pensionskassenbranche ist wegen der psychischen Erkrankungen alarmiert
Auch für die Pensionskassen haben die explodierenden IV-Fälle aufgrund psychischer Erkrankungen einschneidende Auswirkungen. Denn psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout dauern meist lange, sind schwer prognostizierbar und führen häufig zu dauerhaften Erwerbsausfällen. Im Gegensatz dazu sind körperliche Leiden oft klar diagnostizierbar und haben eine absehbare Heilungsdauer. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine versicherte Person dauerhaft aus dem Arbeitsprozess ausscheidet und dauerhaft eine Invalidenrente beansprucht, steigt bei psychischen Erkrankungen markant.
Das hat im Bereich der Pensionskassen zwei Konsequenzen:
Die Risikoprämien steigen und erhöhen die Lohnnebenkosten der Unternehmen. Und: Die für die psychischen Erkrankungen notwendigen höheren Rückstellungen schmälern die Mittel, die bei der Pensionskasse für den Aufbau der Altersguthaben zur Verfügung stehen.
Jürgen Schaetter, Leiter Berufliche Vorsorge der AXA, warnt: «Die massive Zunahme von IV-Fällen aufgrund psychischer Erkrankungen alarmiert uns und die ganze Pensionskassenbranche. Es wird zunehmend schwierig, die Betroffenen in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren. Die Dringlichkeit nimmt zu, das Thema psychische Erkrankungen konsequent durchgängig zu denken, von der Prävention über das Fallmanagement bis hin zur Integration durch Case-Management und Care-Management.»

 

 
 

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